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Welche Anforderungen werden an ein Gutachten gestellt

Die so genannte Eignungsrichtline besagt ganz eindeutig:

Gutachten müssen in allgemeinverständlicher Sprache abgefasst sowie nachvollziehbar und nachprüfbar sein. Die Nachvollziehbarkeit betrifft die logische Ordnung (Schlüssigkeit) des Gutachtens.

Sie erfordert die Widergabe aller wesentlichen Befunde und die Darstellung der zur Beurteilung führenden Schlussfolgerungen.

Der Umfang eines Gutachtens richtet sich nach der Befundlage. Bei eindeutiger Befundlage wird das Gutachten knapper, bei komplizierter Befundlage ausführlich erstattet.

Diese Aussagen gelten für alle Gutachten.

Das medizinische Gutachten           

Das medizinische Gutachten ist die Grundlage der gesamten Eignungsbegutachtung.

Die Sachverständigen sind Ingenieure. Sie sind nur dann in der Lage, die erforderlichen technischen Umrüstungen für ihr Fahrzeug festzulegen, wenn Sie zuvor durch das medizinische Gutachten ausreichend über Art und Ausmaß Ihrer Behinderung informiert wurden. Schließlich sollen Sie so wenig wie möglich in Ihrer Freizeit eingeschränkt sein, und dabei sich selbst und andere so wenig wie möglich gefährden.


Das medizinische Gutachten sollte folgende Angaben enthalten.

  • Die Diagnose (möglichst in verständlicher Sprache)
  • Eine Aussage darüber, ob es sich bei der Ursache für die Behinderung um einen Unfall oder um eine Erkrankung handelt
  • Wenn es sich um eine Erkrankung handelt: ist diese Erkrankung progressiv oder statisch?
  • Wenn eine progressive Erkrankung vorliegt: in welchen Abständen werden ärztlich Kontrolluntersuchungen für erforderlich gehalten ?
Eine erneute Begutachtung durch einen Sachverständigen wird dann für erforderlich gehalten,wenn die ärztliche Untersuchung eine weitere Einschränkung der Fähigkeiten ergibt, die für das Autofahren von Bedeutung wären.
  • Die Auswirkungen der Behinderung auf den Körper, soweit dies für das Autofahren von Bedeutung ist, d.h.
  • Beweglichkeit der Gliedermaßen bzw. deren Einschränkung
  • Kraftentfaltung, Feinmotorik
  • Funktionsfähigkeit der Gelenke, z.B.: Treten Schmerzen bei Bewegung auf?
  • Besteht die Möglichkeit, dass Bewegungen aus Schmerzgründen unterbleiben oder nicht in dem erforderlichen Maße ausgeführt werden?
  • Müssen Medikamente eingenommen werden?
    Wenn ja: beeinträchtigen diese Medikamente die Fahreignung?
  • Ist bei der Behinderung in irgendeiner Form das Gehirn beteiligt?
  • Und ganz zum Schluss:
    Bestehen aus ärztlicher Sicht Bedenken gegen das Führen von Kraftfahrzeugen?

Hinweise zum Thema ,,Fahrprobe“


Warum ist eine Fahrprobe erforderlich?

Im Gesetzestext wird gefordert, dass der Sachverständige in der Regel eine Fahrprobe durchführen soll, um festzustellen , dass der Behinderte das Fahrzeug mit den ggf. erforderlichen besonderen technischen Hilfsmitteln sicher führen kann.

Von dieser Forderung sollte nur abgewichen werden, wenn Art und Ausmaß der Behinderung sowie deren Einfluss auf die Fahrfähigkeit ganz eindeutig feststehen und Zweifel ausgeschlossen sind.


Worin unterscheidet sich die Fahrprobe von der Führerschein-Prüfung?

Bei der Führerscheinprüfung soll geprüft werden , ob der Kandidat die Verkehrsregeln beherrscht und ob er sich mit dem Fahrzeug sicher im Verkehr bewegen kann.

Unterläuft ihm bei der Prüfung ein Fehler, so hat er die Prüfung nicht bestanden und muss nochmals antreten.

Bei der Fahrprobe soll festgestellt werden, ob der Kandidat grundsätzlich zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist. Unterläuft ihm dabei ein Fehler, so wird untersucht, warum dies geschehen ist. Die Frage, die sich stellt ist die: War der Fehler ausbildungs- oder behinderungsbedingt?

Eine Fahrprobe wird auf die speziellen Probleme der Behinderung zugeschnitten. Was bei der Fahrprobe von dem Kandidaten gefordert wird  muss der Situation und der Behinderung angemessen sein.

Eine Fahrprobe sollte unbedingt vor der praktischen Führerscheinprüfung durchgeführt werden, wenn die Ausbildung sich bereits der Prüfungsreife nähert.

Eine nicht bestanden Prüfung kann problemlos wiederholt werden. Wird dagegen eine Fahrprobe nicht bestanden, so heißt das doch im Klartext:

,,Zum Autofahren nicht geeignet!“

Einer solchen Doppelbelastung sollte man sich nicht aussetzen.


Worin unterscheidet sich die Führerscheinprüfung eines behinderten Kandidaten von der eines nicht behinderten Kandidaten?

Ganz einfach: Gar nicht!

Wenn Sie die geforderten medizinischen und technischen Gutachten beigebracht haben, so ist die Frage der Eignung geklärt:

Sie sind zum Führen von Fahrzeugen geeignet! Falls erforderlich, eben mit Einschränkungen.

Der Prüfer hat Sie dann so zu behandeln wie jeden anderen Kandidaten auch! Er darf von Ihnen nur das fordern, was er von jedem anderen Kandidaten auch fordert.

Forderungen mit der Begründung, Sie müssten zeigen, dass Sie zu der einen oder anderen Aktion fähig seien ( bei einem nicht behinderten Kandidaten könne man davon ausgehen, dass er dazu fähig sei) sind nicht zulässig.

Abschließend sei bemerkt, dass hier natürlich nicht alles und in letzter Ausführung behandelt wird. Bei weiteren Fragen werden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns.